In diesem letzten Band kommt es nach dem überraschenden Wahlerfolg der Fiesen Vampirpartei in Bistrien zu einer Vampirflüchtlingswelle in Bindburg, ist doch Vlad, der Vorsitzende der gegnerischen Partei ausgerechnet der Bruder von Mihai, dem Vater der Vampirschwestern. Er fällt unangemeldet mit seinem kompletten Gefolge bei Familie Tepes ein und zählt auf deren Gastfreundschaft. Zähneknirschend stellen die Tepes ihnen ihren Keller zur Verfügung. Doch Vlad ist nicht alleine. In seinem Kielsog kommen hunderte weitere Vampire nach Bindburg, denn inzwischen hat Mundpropaganda dafür gesorgt, dass Bindburg den Status eines Vampirparadieses erhalten hat. Eine solche Anzahl Flüchtlinge, wenngleich diese mehrheitlich nachts aktiv sind, kann auf die Dauer nicht unbemerkt bleiben. Als die Presse Wind von den neuen Nachbarn bekommt, kann Vlad die Einwohner des Städtchens erst davon überzeugen, dass sie nicht befürchten müssten, gebissen zu werden, doch dann erkranken immer mehr Menschen an einer Schwächekrankheit, für die die Ärzte keine Erklärung haben und schon brodelt die Gerüchteküche.
Franziska Gehm gelingt es spielend, aus aktuellen politischen Entwicklungen – Wahlerfolge rechter Parteien, Flüchtlingsproblematik – eine völlig fiktive Vampirgeschichte zu basteln, in der sie auch für die bekannten Figuren der Reihe eine mehr oder weniger glaubwürdige Rolle findet. Und weil in einem letzten Band auch mögliche Beziehungen geklärt werden müssen, dürfen natürlich Liebesverstrickungen nicht fehlen. Das alles schafft die Autorin mit einer solchen Leichtigkeit, die bei der geringen Seitenzahl nur erstaunen kann.
Nun könnte bei einem Buch mit einem vergleichbaren klamaukigen Albernheitsgrad die Sorge aufkommen, es handle sich um eine papiergewordene Zeitverschwendung. Dem ist aber nicht so. Die Geschichte ist rund, die Figuren passen ins Ganze und sprachlich ist es wirklich sehr gut. Vielleicht ist es etwas zu viel verlangt, von den jugendlichen Lesern während oder nach der Lektüre dieses Buches allzu viele Nachfragen zum Thema Wahlen und Flüchtlinge zu erwarten, aber mit diesem Buch ist eine Gesprächsgrundlage geliefert. Auch, übrigens, zur Rolle der Frau, denn die Frauen haben in diesem Buch auf jeden Fall die Hosen an, aber auf eine natürliche, keine militante Art. Insgesamt ein gelungenes Finale.
- Autor: Franziska Gehm
- Titel: Die Vampirschwester – Finale Randale
- Teil/Band der Reihe: Band 13 von 13
- Verlag: Loewe Verlag GmbH
- Erschienen: 2016
- Einband: Gebunden
- Seiten: 188
- ISBN: 978-3-7855-8169-8
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Wertung: 12/15 dpt